Lipidologie München . Dr. Friederike Gusmini

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FAQ

Häufige Fragen zu Cholesterin, ApoB, Lipoprotein(a)

Was ist Apolipoprotein B

ApoB ist der Eiweißbestandteil aller potenziell gefäßschädigenden Lipoproteine (z. B. LDL, VLDL, Lipoprotein(a)).

Jedes dieser Partikel trägt genau ein ApoB-Molekül.

Das bedeutet: ApoB misst die Anzahl der atherogenen Partikel im Blut.

LDL-Cholesterin hingegen misst nur die Cholesterinmenge innerhalb dieser Partikel – nicht deren Anzahl.

Warum kann ApoB aussagekräftiger sein als LDL?

Für die Arteriosklerose ist entscheidend, wie viele Partikel in die Gefäßwand eindringen.

Viele kleine Partikel können trotz moderatem LDL-Wert ein erhöhtes Risiko bedeuten.

ApoB ist besonders sinnvoll bei:

  • erhöhten Triglyzeriden
  • metabolischem Syndrom
  • Typ-2-Diabetes

Was ist Lipoprotein(A)?

Lipoprotein(A) – kurz Lp(A) – besteht aus einem LDL-ähnlichen Partikel und Apoprotein(A)

  • Die Höhe wird überwiegend vererbt
  • Der Wert bleibt lebenslang relativ konstant
  • Er wirkt unabhängig von klassischen Risikofaktoren

Es wird empfohlen, diesen Wert zumindest einmal im Leben zu bestimmen.

Wann sind moderne Therapien wie PCSK9-Inhibitoren oder Inclisiran sinnvoll?

Moderne Therapien kommen in Betracht bei:

  • sehr hohem kardiovaskulären Risiko
  • genetischer Hypercholesterinämie
  • unzureichender LDL-Senkung trotz Statin
  • Statin-Unverträglichkeit

Sie ermöglichen eine deutliche LDL-Reduktion bei guter Verträglichkeit und ergänzen etablierte Therapiestrategien.

Statine – häufige Fragen

Verursachen Statine Muskelschmerzen?

Muskelbeschwerden sind die häufigste berichtete Nebenwirkung.

Wichtig ist jedoch:

  • Bei den neusten Statin-Präparaten (z.B. Rosuvastatin) sind Nebenwirkungen selten
  • Nicht jede Muskelbeschwerde ist tatsächlich statinbedingt.
  • Häufig lassen sich durch Dosisanpassung oder Präparatewechsel gute Lösungen finden.

Bei echter Unverträglichkeit stehen Alternativen zur Verfügung.

Erhöhen Statine das Diabetes-Risiko?

In großen Studien wurde ein leicht erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes unter Statinen beobachtet.

Dieses betrifft vor allem Patienten mit:

  • Übergewicht
  • Insulinresistenz
  • metabolischem Syndrom
  • erhöhtem Nüchternblutzucker

Das zusätzliche Risiko ist insgesamt moderat.

Gleichzeitig senken Statine das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich.
Die Leitlinien der European Society of Cardiology empfehlen Statine weiterhin klar bei erhöhtem kardiovaskulärem Risiko.

Was bedeutet das für Patienten mit Diabetes?

Bei bestehendem Typ-2-Diabetes sind Statine häufig besonders wichtig, da das Herz-Kreislauf-Risiko bereits erhöht ist.

Ziel ist:

  • konsequente LDL-Senkung
  • gute Blutzuckereinstellung
  • individuelle Dosierung
  • regelmäßige Stoffwechselkontrolle

Die Therapie wird stets im Gesamtkontext bewertet.

Muss ich Statine dauerhaft einnehmen?

Erhöhte Cholesterinwerte beruhen meist auf einer langfristigen Stoffwechselkonstellation.

Statine wirken nur während der Einnahme.
Ob und in welcher Dosierung eine langfristige Therapie sinnvoll ist, wird individuell entschieden und regelmäßig überprüft.

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